01 | Attention Seeking 101

oder: Maybe it’s time to finally quit Facebook.

Neulich las ich auf Facebook folgende Statusnachricht: „Mir geht es heute sehr schlecht…“.

Ich übersetze: „Bitte, bitte fragt mich, was passiert ist. Bitte, ich gebe hier nur vage Andeutungen, damit  sich mein schwaches Ego an euren vielen Fragen ergötzen kann. Damit besagtes Ego endlich ein Stück vom Du-bist-interessant-Kuchen verschlingen darf. Mit zuckersüßer Egowichseglasur. Selbstverständlich kann ich nicht gleich im ersten Post verraten, worum es genau geht, sondern muss das Ganze möglichst kryptisch halten. Andernfalls fragt niemand genauer nach und ich kann mir nicht literweise Aufmerksamkeit hinter die ausgedörrten Selbstwertbinsen kippen.“

Erstaunlich, wie das immer wieder aufs Neue problemlos funktioniert: Ein Selbstwertloser stimmt den Hit „Schenkt mir Aufmerksamkeit (JETZT SOFORT! Remix)“ an und seine FB-Buddies singen sofort mit. Sie kennen jeden Ton und haben jeden Tanzschritt der interaktiven Selbstwertaufwertungschoreographie akribisch einstudiert.

(Bild: http://www.someecards.com/usercards/viewcard/MjAxMy1jMzRiMTRhNDNlNzBkZWZm)

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Ein Gedanke zu “01 | Attention Seeking 101

  1. Hey Marina,

    Und täglich grüßt das Murmeltier. Vielleicht, aber nur vielleicht, brauchen diese Menschen das. Und vielleicht brauchen die entsprechenden Freunde der besagten Person auch diesen Affentanz? Zu wissen, dass sie gebraucht werden. Wie sagte Konrad Adenauer „Man muss die Menschen akzeptieren wie sie sind, andere gibt es nicht° o.Ä.!
    Allerdings können wir bestimmen wie wir darauf reagieren. Wir können einen Post verfassen, wo wir uns satirisch darüber aufregen. Wir können aufs Boots aufsteigen und auch reagieren. Oder wir thematisieren dieses für uns affige Verhalten. Allerdings ist dann Stress vorprogrammiert.
    Ich denke. dass man FB nicht unbedingt verteufeln muss, man kann zum Beispiel diese Plattform nutzen, um interessante Newsseiten zu liken und den Algorithmus so zu verbessern, dass man wirklich für einen interessante DInge angezeigt bekommt. Ausserdem kann man seine Mitmenschen nerven und zum kritischen Denken anregen, indem man weltbewegende, wirklich interessante Neuigkeiten und Artikel teilt und somit shared!

    Ach, und der nervigen Freundin kann man so aus dem Weg gehen, und das ohne Stress zu riskieren, indem man sie einfach abbestellt. Dafür klickt man auf ”[FB Freund] nicht mehr abonnieren!“ 😉

    LG, Yasemin.

    PS: Die Bild-verlinkung funktioniert nicht mehr.

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